d-ROMs und PAT-Test

Funktionsweise d-ROMs und PAT-Test

Funktionsweise d-ROMs und PAT-Test

 

Der d-ROMs- und der PAT-Test ermöglichen zusammen mit dem Komplettlabor "Evolution" eine präzise und zugleich zuverlässige Diagnose für den oxidativen Status. Durch die Bestimmung von pro- und antioxidativen Komponenten kann differenziert werden, ob die Ursache für oxidativen Stress in einer erhöhten Produktion freier Radikale liegt oder die körpereigene Abwehr gegen freie Radikale geschwächt ist. Zur Durchführung kann Kapillarblut, aber auch heparinsiertes Vollblut verwendet werden. Der SAT-Test hingegen wird mit Speichel durchgeführt und erlaubt eine schnelle Bestimmung des Antioxidantienstatus und der oralen Mundgesundheit.

Bioavailability and antioxidant activity of some food supplements in men and women using d-ROMs test as a marker of oxidative stress. Cornelli et. al. J Nutr. 2001; 131: 3208-3211

Freie Radikale sind Atome oder Moleküle, welche ungepaarte Elektronen in ihrem äußeren Orbital besitzen. Aufgrund ihrer Reaktionsfreudigkeit haben freie Radikale das Potential, organische Moleküle anzugreifen und zu verändern, wobei reaktive Sauerstoffmetabolite (ROMs) gebildet werden, welche ein mittleres oxidatives Potential aufweisen. ROMs, zu denen auch die Hydroperoxide zählen, sind stabiler als ihre Vorläufer, die freien Radikale, aber deswegen keinesfalls weniger schädlich. Sie haben das Potenzial, freie Radikale zu generieren, andere Zielmoleküle zu oxidieren und sind an der Bildung von Hypochlorsäure (Gelenkzerstörung) beteiligt. Aus diesem Grund verlagert die Zelle Hydroperoxide in ihre externe Umgebung, d. h. in die extrazelluläre Matrix und in die extrazelluläre Flüssigkeit, einschließlich Blut, cerebro-spinaler Flüssigkeit, pleuraler Flüssigkeit.

d-ROMs Test: Bestimmung der Blutkonzentration von reaktiven Sauerstoffmetaboliten (ROMs), und insbesondere der Hydroperoxide, als Marker und Verstärker von oxidativem Stess. Verwendbar für das
Komplettlabor "Evolution". Beim d-ROMs Test generieren in einer biologischen Probe die ROMs (vor allem Hydroperoxide; ROOH), in Gegenwart von Eisen (welches aus Plasmaproteinen stammt, und durch einen sauren Puffer freigesetzt wird, gemäß der Fentonreaktion Alkoxyl- (R-O*) und Peroxylradikale (R-OO*). Diese sind in der Lage alkyl-substituierte aromatische Amine (A-NH2), welche in einer Chromogenlösung vorliegen, in ein farbiges Derivat zu überführen:


Für Alkoxylradikalebild5_450
1a) R-OOH + Fe2+ -> R-O* + Fe3+ + OH-
1b) R-O* + A-NH2 -> RO- + [A-NH2*]+


Für Peroxylradikale
2a) R-OOH + Fe3+ -> ROO* + Fe2+ + H+
2b) R-OO* + A-NH2 -> R-OO- +[A-NH2*]-


 

Dieses Farbderivat wird photometrisch quantifiziert. Dabei ist die Intensität der entwickelten Farbe direkt proportional der Konzentration der ROMs, entsprechend dem Lambert-Beer?schen Gesetz.

PAT-Test: Bestimmung der biologischen Wirksamkeit der antioxidativen Plasmabarriere. Erfasst werden alle Substanzen, welche in der Lage sind, freie Radikale und reaktive Sauerstoffmetabolite (ROMs) in ihrer Aktivität zu neutralisieren. Verwendbar für das
Komplettlabor "Evolution"
. Im Blut garantiert die sogenannte antioxidative Plasmabarriere eine Abwehr gegen schädliche Angriffe durch reaktive Spezies, insbesondere freie Radikale. Diese Barriere besitzt sowohl exogene (z. B. Vit. C, E, Carotinoide, Bioflavonoide etc.) als auch endogene Komponenten (z. B. Proteine, Bilirubin, Harnsäure, Cholesterol, GSH etc.).
Jede dieser Komponenten besitzt ihr eigenes antioxidatives Potential (Kapazität). Abhängig von ihrem Reduktions-/Oxidationspotential können sie auf unterschiedliche Weise den Angriffen reaktiver Spezies entgegenwirken. Eine solche Kapazität ist verknüpft mit der Fähigkeit einzelner Komponenten aus der Plasmabarriere sog. Reduktionsäquivalente an freie Radikale abzugeben (d.h. entweder Elektronen oder H-Atome) und damit eine Dissoziation von H-Atomen aus Biomolekülen, welche eine radikalische Kettenreaktion auslösen zu unterbinden. Tatsächlich kann jede Verletzung der antioxidativen Plasmabarriere eine oxidative Schädigung der Zellen und des Gewebes zur Folge haben. Anhaltender oxidativer Stress begünstigt eine vorzeitige Alterung und steht im Zusammenhang mit zahlreichen Erkrankungen.

Der PAT-Test basiert auf dem Effekt eine Farblösung, die Fe3+-Ionen enthält, welche an ein spezielles Substrat gebunden sind in Fe2+-Ionen zu reduzieren, und dabei die Lösung zu entfärben. Diese Reaktion findet ebenfalls unter Zugabe eines ?Reduktionssystems? wie z.B. einer Blutplasmaprobe statt. Nach einer kurzen Inkubation (5 Minuten) entfärbt sich die Lösung. Die Intensität dieses Wechsels ist direkt proportional zu der Effizienz des Plasmas, Eisen3+-Ionen (urspr. verantwortlich für die Färbung) zu reduzieren.
Der Grad der Entfärbung wird photometrisch bestimmt und die Menge des reduzierten Eisens entsprechend berechnet. Damit lässt sich die Reduktionsstärke des getesteten Plasmas (antioxidatives Potential) bestimmen.
Diese ist relativ zum getesteten Substrat: Betrachtet man solche Eisenionen als natürlich im Körper vorkommende Komponenten, liefert der PAT-Test eine zuverlässige Bestimmung des antioxidativen Potentials, dem Teil der Plasmabarriere, der den Angriffen freier Radikale unter ?physiologischen? Bedingungen direkt ausgesetzt ist, bedingt durch seine Reduktions-/Oxidationspotentiale.

SAT-Test: Speichel gehört zur ersten, antioxidativen Barriere gegen freie Radikale (oxidativer/nitrosativer Stress). Die Gesamtkapazität des Speichels zu bestimmen, ist sicherer als einzelne Komponenten herauszugreifen, da freie Radikale und der antioxidative Status repräsentativer für das Geschehen sind, als einzelne Komponenten, die nur ein Teil des Geschehens abbilden.
der SAT-Test basiert auf dem gleichen Prinzip wie der PAT-Test. Auch wenn eine Bestimmung über den Speichel im Nüchternzustand weniger genau ist als eine Blutbestimmung, gewinnenn Speicheltests immer mehr an Bedeutung (Hormone lassen sich z.B. auch annähernd über Speichel bestimmen).

Der SAT-Speicheltest zeigt einen Antioxidantienmangel und gibt Hinweise auf Erkrankungen der Mundhöhle.